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Donnerstag

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Wie war der Abend der Begegnung?

© Redaktion Kirchenradio

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"Berührend" - das fast vermutlich die Stimmung zusammen die man beim gemeinsamen Abendsegen auf dem "Abend der Begegnung" erleben konnte. Fast Hunderttausend Kerzen schimmerten in Stuttgarts Innenstadt und brachten "Licht in die Welt". 

Mit 250.000 Besuchern startet der 35. Deutsche evangelische Kirchentag am 3. Juni in Stuttgart. Über 80.000 Menschen besuchten den Eröffnungsgottesdienst auf dem Schlossplatz. Über 97.000 Dauerteilnehmer besuchen die Schwabenmetropole. 


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Edzard „Eddi“ Hüneke von den Wise Guys

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Konzentrierte Stille, eine bis auf den letzten Platz besetzte SCHARRena, nicht alle Besucher kamen rein. Eddy Hüneke übertrug bei seiner Bibelarbeit zu Lukas 16, 1-13 (Vom ungetreuen Verwalter) das Gleichnis in die heutige Zeit und erzählt von Walter, der beim Wächter des globalen Weltflusses, dem IWF, arbeitet. Immer wieder unterbricht Hüneke mit Liedern. Die Zuhörer gehen mit und reagieren spontan auch auf die eingestreuten Geräusche und Töne. In der fiktiven Geschichte bekommt der Bankmanager, der eigentlich vom Ausstieg träumt, die Zugangscodes zu allen Bankdaten, Konten und Transaktionen. Walter verändert die Welt, streicht beispielsweise die Schulden der afrikanischen Länder auf ein erträgliches Maß – Afrika atmet auf.

Was ist uns wichtiger? Geld oder Gott? „Das Problem mit dem Geld ist, dass wir ihm dienen und fast immer fließt das Geld zu den Reichen“, so Hüneke. Schulden und Zinsen führen zu Wachstum und zu Ungerechtigkeit. Für Hüneke gibt es einen anderen Weg. „Wir dienen Gott und nicht dem Geld, wenn wir uns selbst in den Blick nehmen und die Schöpfung bewahren“ so der Theologe, den die Liebe zur Musik zu den Wise Guys geführt hat. Er fragt die überwiegend jungen Zuhörer: „Ist die Trennung zwischen Gut und Böse nur eine Vision und ist es schlimm zu träumen?“

Beim Kirchentag gebe es gute Möglichkeiten zu sehen, dass es besser gehe. „Es ist Wert zu träumen, es geht um das Reich Gottes, und das beginnt schon hier sich zu verwirklichen. Es ist gut zu träumen und sich anstecken zu lassen.“ Hüneke lud zum Träumen ein, nicht aus Druck, sondern aus Freude. „Vielleicht bekommen wir dann ein Gefühl, was es heißt, Gott zu dienen“.

Eberhard Fuhr (EJW)

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Was ist "klug sein"? Wird man durch Gott klug oder sogar dumm? Fragen die der CVJM Württemberg in ihrem Jugendgottesdienst in der SCHARRena behandelte. Die Besonderheit dabei: Jugendliche hielten die Predigt bzw. stellten sich danach Fragen der Moderatorin.

Vorab: Bei einer Sache waren sich die fünf Jugendlichen, die aus ihrem Leben und von Erfahrungen mit Gott berichteten, einig, mit Gott wird man klüger.

In welcher Situation im Leben das passiert, spielt dabei keine Rolle. Franzi erzählte von ihrer Berufswahl und Bianca von Situationen im Leben in denen es ihr nicht besonders gut ging.
Franzi wird jetzt Diakonin und meint: „Egal ob Gott Türen öffnet oder schließt, er ist dabei, und daraus bin ich klüger geworden.“

Auch im persönlichen Gespräch wird man mit Gott klüger. Miri hat die Neugier zum Gebet gelockt. „Wenn man Gott sucht und ihm Raum gibt ist er ganz da und erfahrbar.“

Simon spricht nicht gerne von Klugheit, das weckt bei ihm eher die Assoziation zu „Klugscheißern“. Doch er meint, "mit Gott gewinnt man einen anderen Blick auf die Welt, auf die „wunderbare Schöpfung.“ Man bekommt eine dankbare Lebenshaltung." 

Wer wollte durfte dann im aufwendig gestalteten Raum selbst aktiv werden: Gebetsanliegen austauschen oder Snapchat-Gespräch, Gott ist auf dem Stand der Zeit.

Wie wir klüger werden wird auch noch beantwortet: „Seid wie die Kinder, sagt Jesus, geht zu den Leuten, die euch wohlgesonnen sind, und erzählt Ihnen was los ist.“ Um mit Ihnen und auch mit Gott Erlebnisse zu machen und Probleme zu lösen und daraus klug zu werden.

Jonas Wagner





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Rund 15 junge Leute haben unter fachmännischer Leitung von Lukas Pallmann und Martin Dippon in der Alten Kelter von Gundelsbach das Grundgerüst der äthiopischen Rundkirche vormontiert, die seit vergangenen Montag auf dem Kirchentag aufgebaut wurde. Die Idee war, wie bei den internationalen EJW-Workcamps etwas gemeinsam zu bauen, das Menschen zusammenbringt. 70 bis 100 Menschen haben dort Platz, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, Gemeinschaft zu haben. Die Kirche hat einen Durchmesser von rund zehn Metern. Oben im Dach gibt es einen Lichtschlitz, der die Form eines Kreuzes hat. Der Großteil der Bausteine für die Wände soll von den Kirchentagsbesuchern selbst eingesetzt werden. Diese können die Holzelemente bemalen, verzieren, mit Sprüchen beschriften, ganz nach ihrer eigenen Vorstellung. Die Kirche wurde heute Vormittag um 11 Uhr im Zentrum Jugend eingeweiht.

„Dies ist ein Symbol für lebendige Bausteine, getragen von Vielen. Hier wird sichtbar, dass Kirche weltweit ist“, sagte Landesbischof Frank Otfried July in einem kurzen Grußwort. Er freute sich über das hohe Engagement der Ehrenamtlichen des Workcamp-Teams und fügte hinzu, dass die Kirche die eigentliche Globalisierungsbewegung sei. „Die Württembergische Landeskirche ist übrigens viel weltoffener, als man denkt“ so der Landesbischof. Er begrüßte auch die Gäste des EJW-Weltdienst aus der Slowakei und aus Äthiopien.

Weitere Informationen:
www.ejw-weltdienst.de

Eberhard Fuhr (EJW)

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Krabbeln, springen, kicken, Luftakrobatik, Frisbee, Buchstaben-Lauf, Bällebad und vieles mehr. 

Die Spielwiese der Jugendarbeit - direkt auf den Sportplätzen des Zentrum Jugend - ist gut besucht und lädt auch in den nächsten Tagen zu so manchem sportlicher Herausforderung und viel Spaß ein. 

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Beim Stuttgarter Kirchentag dreht sich am Jugendstand von Brot für die Welt alles um die Aktion "5000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt". Das Highlight: Hier dürfen Besucher selbst Flachswickel und Seelen kneten, formen und bestreuen. Das Selbstgebackene wird dann besonders achtsam genossen. Vorsichtig kosten die Jugendlichen ihre noch heiße Backware: lecker! Der Stand war heute den ganzen Tag sehr gut besucht. Am meisten war am Vormittag los. Als wir den Stand ein bisschen früher als vorgesehen öffneten, waren gleich gut 30 Besucher bei uns und fast alle wollten backen. Unseren Plan immer zur halben und vollen Stunde einen Backworkshop anzubieten, warfen wir über den Haufen. Eine Gruppe nach der anderen durfte backen. Nach einer knappen Stunde sagte mir Joachim Burkart von der Württembergischen Bäckerfachschule: "Wenn wir so weiterbacken, ist der Teig bald alle." Also drosselten die Bäcker das Tempo ein bisschen und die Teigportionen wurden halbiert. So reichte der Teig dann doch gerade so bis 18 Uhr. Dann mussten wir die Besucher auf morgen vertrösten. Unser Angebot war schnell in aller Munde. Regelmäßig kamen Besucher und fragten: "Seid Ihr die, bei denen man backen kann?"

Während die kleinen Gebäckstücke im Ofen waren, konnten die Besucher bei uns das Weltverteilungsspiel spielen, sich über die Aktion 5000 Brote informieren, in unserer gemütlichen Lounge entspannen, eine Strophe des 5000-Brote-Liedes puzzeln und sich in Geschicklichkeitsübungen versuchen. Am Nachmittag waren immer noch viele Leute da, aber es war nicht mehr ganz so trubelig. In der Hitze haben sich viele unter die Bäume gelegt und ich hatte Zeit ein paar Fotos zu machen. Unsere Ehrenamtlichen finden den Stand auch super. Hannah meinte: "Hier ist es richtig gemütlich. Da kann man gut mit den Leuten ins Gespräch kommen." Am Abend waren wir alle ganz schön geschafft und haben uns trotzdem schon auf morgen gefreut. Ihr findet uns im Zentrum Jugend auf dem Rasenplatz bei der Zelthalle 19. Freitag und Samstag sind wir dort offiziell von 10:30 bis 18:30 Uhr. Wahrscheinlich gibt es aber spätestens ab 18 Uhr keinen Teig mehr. (-:

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Jeden Tag von 10:30-22:00 Uhr gibt es im Raum der Stille in der SCHARRena die Möglichkeit einfach einmal abzuschalten. Hektik, Betrieb, und die vielen anderen Besucher hinter sich lassen und eintauchen in Lichtstimmungen und Stille. Ruhe genießen und die Seele auftanken.

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Kluge Worte gabs in der SCHARRena von insgesamt zehn Poetry Slam Poeten. In kurzen Texten haben sie sich mit Alltagsthemen beschäftigt: von den begrenzten Möglichkeiten im Alltag über schreckliche Kindheitserfahrungen, Arztbesuche, die Liebe und die ganz große Politik war alles dabei.

Am Ende konnte sich in der Abstimmung per Applaus Marvin Suckut aus Konstanz als Sieger des Abends durchsetzen. Wir haben für euch den Beitrag von Fabian Tenzer aus Stuttgart mitgeschnitten:

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Fabi Tenzer
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Es ist soweit! Der Gewinner des SongTalents 2015 steht fest und heißt Kevin Neumann! Ein unglaublich spannender Musikwettbewerb geht zu Ende. Mehr als 200 Künstler haben sich um einen Platz im Finale auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag beworben – aber nur fünf davon durften am Ende nach Stuttgart reisen und dort ihren eigenen Song auf der Showbühne präsentieren: Katharina Schneider, Jana Fuchs, Sarah Dorner, Simon Koller und Kevin Neumann. Wer davon wird das SongTalent 2015? Für die prominent besetzte Jury mit Patricia Kelly, Yasmina Hunzinger und Johannes Falk eine schwierige Entscheidung: „In der Tat war es bis zuletzt nicht klar. Jeder hatte seinen Favoriten und am Ende mussten wir uns zwischen zweien entscheiden“, so die Jury.

Rund 650 Besucher fieberten zwei Stunden lang beim großen Finale mit. Über Facebook konnten sich die Fans schon seit Beginn des Wettbewerbs beteiligen und hautnah bei den Vorbereitungen dabei sein. Mit ihren Fragen und Kommentaren gestalteten sie die Show aktiv mit.

Der Kampf um den Titel „SongTalent 2015“ war hart. Aber am Ende hieß es: „Und der Gewinner ist: Kevin Neumann mit seinem Song ‚Gedanke für Gedanke‘“. Seinen ersten offiziellen Auftritt hat er dann auch schon am Freitag, den 04.06. um 15.00 Uhr auf der Bühne im Oberen Schlossgarten auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart. Danach geht es für ihn wenige Wochen später weiter mit einer Studioaufnahme und dem Release seines Songs. Außerdem bekommt er eine zweijährige Förderung in den Bereichen „Bühnenperformance, Songwriting, Bandarbeit und Management“.

Das „SongTalent 2015“ wurde veranstaltet von ERF Medien, dem Deutschen Evangelischen Kirchentag, Gerth Medien und dem Evangelischen Jugendwerk in Württemberg. Das Finale wurde live im Radio auf ERF Pop übertragen und wird ab dem 08.06. unter www.erf.de/tv in der Mediathek zu sehe sein.


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„Die Liebe zählt und nicht der Sex!“

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Kürzer lässt sich die Podiumsveranstaltung des Verbandes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) nicht zusammenzufassen. Der VCP zählt deutschlandweit 47.000 Mitglieder. Jugendliche und Erwachsene aller Konfessions- und Glaubensrichtungen sind selbstverständlicher Teil dieser Gemeinschaft. Von dieser Offenheit war auch die Podiumsveranstaltung zum Thema Homosexualität geprägt.

Auf dem Podium saßen: Clara Groß (22) Theologiestudentin aus Leipzig und VCP-Mitglied, Matthias Hestermann, Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und einer der acht Prälaturbeauftragten der Landeskirche zum Thema Homosexualität, Matthias Albrecht (32), Sozialpädagoge und Geschlechterforscher, engagiert bei den Internetplattformen „Zwischenraum“ und „kreuz&queer“, Günter Hänsel (21), angehender Gemeindepädagoge und Teilnehmer am Sächsischen Predigtwettbewerb mit einer Predigt zum Thema Homosexualität und Kirche, Berlin und Astrid Schneider, Kirchengemeinderätin einer württembergischen Gemeinde und VCP-Mitglied. Moderiert wurde die Veranstaltung von Hanno Terbeuyken, Leiter der Online-Plattform von www.evangelisch.de.
Die rund 260 Podiumsbesucher hatten während der Veranstaltung die Möglichkeit, die Podiumsthemen aktiv durch Fragen oder Statements mitzugestalten, wovon sie auch regen Gebrauch machten.

Das Thema Homosexualität gehört derzeit zu den Streitthemen Nr. 1 innerhalb des christlichen Dialogs – auch im ökumenischen Kontext, so Terbeuyken. Was aber hilft, Gemeinden und Gemeindegliedern, eine angstfreie Auseinandersetzung mit der Thematik zu führen? „Homosexualtät ist keine Entscheidungssache. Du bist es oder bist es nicht. Deshalb helfen alle Diskussionen über vermeintliche Möglichkeiten der Umentscheidung oder Heilung nicht weiter, um Menschen unterschiedlicher sexuelle Orientierung unter dem Dach der Kirche zur vereinen“, darin waren sich die Podiumsgäste einig. Stattdessen sind fachlich fundierte Informationen und theologische Klärungsprozesse wichtig, um klare Entscheidungen für ein gutes Miteinander zu treffen zu können, so Hestermann. Im Übrigen ist die Thematik weder ein Jugend- noch eine Trendthema. Hestermann erzählt von einer Begegnung in einem Frauenkreis. Dort äußerten einige 70-jähringe Teilnehmerinnen ihr Unverständnis darüber, dass es homosexuale Paaren immer noch nicht möglich ist, ihre Beziehung segnen zu lassen. Mit der Forderung „Ehe für alle“, verstärkte Günter Hänsel dieses Anliegen. Es ist ja nicht die sexuelle Orientierung, die Menschen vor den Traualtar führt, sondern die Liebe, die sie miteinander verbindet, führte er fort. „Liebe ist Liebe, da ist die eine nicht mehr wert als die andere.“
Wichtig war Akteuren und Podiumsbesuchern immer wieder die Rückbesinnung auf die christliche Botschaft, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Heike Volz

Das Podium zum Nachhören auf Soundcloud.

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Zur Versöhnung beitragen – armenische und deutsche Jugendliche erinnern an Völkermord

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Wer einen Workshop mit dem Thema „1915-2015 – Gedenken an den armenischen Genozid“ besucht, hat sich dies bewusst ausgewählt. Von den 30 Besuchern im Veranstaltungszentrum SpOrt sind knapp die Hälfte junge Leute. Conny aus Greifswald war letztes Jahr im Urlaub in Georgien und Armenien und dort in einer Ausstellung zum Genozid. „Was ich da gesehen habe, war schon krass. Dazu will ich jetzt mehr erfahren.“Neben ihr sitzt Lea aus Heidelberg: „Meine Freundin ist Kurdin. Mir ihr habe ich mich schon viel ausgetauscht über die Probleme in ihrer Heimatregion. Mich interessieren die Hintergründe,“ sagt sie.
Was das Armenisch-evangelische Jugendprojekt Berlin-Charlottenburg in der nächsten Stunde präsentiert, erfüllt ihre Erwartungen auf höchst abwechslungsreiche Art und Weise. Die 16 Jugendlichen im Alter von 15-18 Jahren gehören zur Hälfte der Armenischen-Apostolischen Gemeinde Berlin an, zur anderen Hälfte der evangelischen Luisenkirche, deren Räume die Armenier seit 25 Jahren nutzen. Diese waren an Pfarrer Stephan Kunkel von der Luisengemeinde herangetreten mit dem Wunsch nach einem gemeinsamen Jugendprojekt anlässlich des 100-jährigen Gedenkens zum armenischen Genozids in diesem Jahr. Seit September 2014 haben sich die Jugendlichen ausgiebig informiert, viel gelesen, ein Wochenende mit Recherchen am Lepsiushaus (Archiv und Forschungsstätte zum Völkermord in Armenien) in Potsdam verbracht. Ziel war es, eine Präsentation, die möglichst viele Menschen über die Geschehnisse von 1915 und ihre Auswirkungen bis heute aufklärt.
Texte, Bilder und Videoausschnitte zu Geographie und Geschichte Armeniens wechseln sich ab mit Mitmachaktionen und persönlichen Statements der Jugendlichen. Im Mittelpunkt steht das Gedenken an den Genozid an der armenischen Bevölkerung im osmanischen Reich vor einhundert Jahren. Die Armenier gelten als das älteste christliche Volk. Bis 1915 lebten etwa 2 Mio. auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Am heute als Gedenktag begangenen 24. April wurden im Jahr 1915 armenische Intellektuelle aus Konstantinopel deportiert, der Beginn von Massakern und Todesmärschen, bei denen nach Schätzungen über 1 Mio. Armenier ums Leben kamen. Bis heute leugnet die Türkei diesen Völkermord und jegliche Verantwortung dafür.
Ende Mai wurde ein Mahnmal zum Genozid auf dem Friedhof der Charlottenburger Luisenkirche eingeweiht. Die Jugendlichen vom Armenisch-evangelischen Jugendprojekt werden weitermachen. Im Juni ist eine Veranstaltung in Charlottenburg geplant, außerdem arbeiten sie an der Veröffentlichung ihrer Präsentation. Aber sie gehen noch weiter: „Unser Wunsch ist es, mit den Berliner Türken in einen Dialog zu treten und so zur Versöhnung beizutragen“
Ein älterer Besucher des Workshops, der sich schon viel mit dem Thema „Völkermord“ beschäftigt hat, ist „dankbar für junge Leute, die sich so wie die Charlottenburger engagieren. „Aber es macht mich wütend, dass die Kirchentagsleitung diesem wichtigen Thema kein größeres Forum gewidmet hat.“

Gisela Schweiker

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Aus dem Leben eines Zeitzeugen

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Er ist Sachse, in Chemnitz geboren und hat nach eigenen Angaben die DDR „genossen“. Albrecht Kaul wohnt heute in Kassel. Im Programmzelt 19.1 im Zentrum Jugend des Kirchentags berichtete er heute Nachmittag bewegend und eindrücklich von seinen Erlebnissen in der Sächsischen Landeskirche. Bis 1995 hat er dort als Jugendreferent evangelistische Jugendarbeit gemacht. Später war es Stellvertretender Generalsekretär des CVJM in Deutschland. Rund 200 überwiegend junge Leute hörten Albrecht Kaul gebannt zu. Schon heute Vormittag war das Zelt rappelvoll.

Im Zeitraffer erzählte der Vater von vier Kindern in einem Interview mit Martin Scott von „Wunderwerke“ in Essen vom täglichen Leben und seinem Christsein in der DDR. Dazwischen streuten sie zeitgeschichtliche Videosequenzen ein. „Christsein war in der DDR nicht mehr vorgesehen. Schon in der Schule wurde uns der Atheismus herangebracht“ beschreibt es seine Jugendjahre. Aber er wollte richtig Christ sein und konnte deshalb nur acht Jahre zur Schule gehen, denn „wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Auch deshalb hat er sich in der Jugendarbeit engagiert und nach seiner Lehre als Maschinenbauer in Moritzburg eine Ausbildung zum Jugendreferenten gemacht und damit große Nachteile in Kauf genommen. Später hat die Stasi über ihn eine 220-seitige Akte angelegt, die er nach 1991 eingesehen hat – nicht sofort, denn er befürchtete, dass Familienmitglieder oder Personen aus dem Freundeskreis zu den Spitzeln gehörten. „Ich ahnte, dass ich überwacht werde, wusste mich aber immer in der Hand Gottes“. Aus den Unterlagen erfuhr auch, dass seine Verhaftung generalstabsmäßig geplant war, zu der es jedoch nie kam. Von seiner Umgebung wurden zum Beispiel genaue Skizzen mit angelegt.

Das Jahr 1989 bezeichnet er als Wunderjahr. Nach den Demonstrationen in Leipzig, die gar nicht als solche geplant waren, wurden am Ende die Seligpreisungen Jesu verlesen. Der Staat sei durch Kerzen und Gebete zusammengebrochen. „Kein Schuss fiel, das ist ein Wunder Gottes.“ Sein 41-Jährigen Lebens in dem Unrechtsstaat DDR fasste er so zusammen: „Wir wussten, wir sind getragen und gehalten, da ist die Hand Gottes drunter, die trägt und hält“. Den Besuchern gab er mit auf den Weg: „Es ist gut, wer die Hand Gottes hat. Dieses tragende Fundament ist wertvoll.“

Am kommenden Samstag können die Kirchentagsbesucher Albrecht Kaul und Martin Scott um 20 Uhr im Renitenzheater in Stuttgart erleben. Gruppen können ihn auch mit dem Programm „Wunderjahr 1989 – Die Mauer zwischen Ost und West. Glaube mit Folgen, Friedliche Revolution. Wie geschah 1989 das Wunder?“ einladen.
Kontakt:
www.wunder-werke.de
info@wunder-werke.de
Telefon 0201 4553175

Eberhard Fuhr (EJW)

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„Wann fühlt ihr euch fremd?“ fragte Yasin Adigüzel, Projektreferent im EJW, zu Beginn in die Runde von rund 50 Jugendlichen. Schnell meldeten sich die ersten zu Wort: wenn man die Sprache nicht spricht zum Beispiel, aber auch schon wenn man innerhalb Deutschlands umziehen muss.

Ob ich mich fremd fühle habe etwas mit Zugehörigkeit, Orientierung und Vertrauen zu tun. Und es gebe durchaus Gründe, wieso ich es in Kauf nehme, mich fremd zu fühlen. Wenn ich zum Studieren ins Ausland gehe oder der Liebe wegen umziehe, waren einige der Beispiele.

Dann gibt es aber tausende Menschen, die fliehen in die Fremde, weil sie zu Hause nicht mehr leben können. Viele davon kommen auch in Deutschland an - meistens zunächst illegal. Nur aus humanitären Gründen, aufgrund von beruflicher Qualifikation oder wenn Bezüge zu Deutschland vorliegen können sie legal bleiben. Kritisch fragten die Jugendlichen nach und gingen gemeinsam auf Ursachenforschung: warum stellt Deutschland teilweise so hohe Hürden für Flüchtlinge auf?

Yasin erinnert die Debatte um Flüchtlinge ein bisschen an die Geschichte vom Barmherzigen Samariter. Wer läuft vorbei und wer hilft?
Eine Teilnehmerin erzählt von einem Flüchtlingsheim in ihrem Ort - und dass es sofort „Tratsch“ im Ort gibt, wenn jemand mit den syrischen Flüchtlingen spricht. Sie lässt sich davon aber nicht abbringen und hat ihre Jugendgruppe für die jugendlichen Flüchtlinge geöffnet.

„Hinsehen statt wegschauen. Und mit den Flüchtlingen reden anstatt über sie“ gab Yasin den Teilnehmern seines Workshops mit auf den Weg.

Thomas Vollmer

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Was hat Sport eigentlich mit Glauben zu tun?

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"Wir machen Sport“. So lautet nicht nur der Slogan eines bekannten Sportgeschäfts, dessen Werbespot zu Beginn des Podium Sport spektakulär auf die folgende Diskussion einstimmte. Es galt auch für die vier Experten, die sich in der Gesprächsrunde den Fragen der Moderatoren stellten.

Was verbindet Sport mit Glauben? Dies wollten die Moderatoren Henrik Struve und Jakobus Hartmann mit dem Gesprächshalbkreis auf der Bühne klären. Ganze 365 Antworten hätte Michael Bofinger, Geschäftsführer der Sport Region Stuttgart, auf die zentrale Frage der Podiumsdiskussion geben können. Soviele „prominente Persönlichkeiten und nicht ganz so bekannte“ Menschen aus dem Umfeld des Sports hatte er befragt, woran sie glauben. Und die Resonanz war überwältigend: Bekannte Fußballprofis gaben genauso ein Statement, wie wichtige Funktionäre oder Vorsitzende von Fanclubs. Sport-Kommentator Frank Buschmann wandte sich gar mit einer Video-Botschaft an die Besucher der Podiumsdiskussion. Schnell wurde klar: Glaube und Sport sind untrennbar miteinander verbunden. „Das hilft immer“, bestätigt der Vize-Weltmeister im Trampolinspringen Tim-Oliver Geßwein die Frage: Was es für ihn bedeutet, wenn seine Familie sagt: Wir glauben an dich. „Ich geb mein bestes, jeden Tag im Training“ und der Glauben seiner Freunde und Familie motiviert ihn dazu, genauso wie sein großes Ziel: Olympia 2016 in Rio. Er erklärt wie wichtig es ist „ehrlich zu sich selber und ehrlich zum Trainer“ zu sein und verweist auf Frank Buschmann, der ebendiese Ehrlichkeit bei Sportlern schätzt.

Sieg und Niederlage gehört zum Sport wie zum Leben

Für Johannes Eckstein, Mitautor der Arbeitshilfe „Emmaus Sport“, ist Sport noch viel mehr wie Ehrlichkeit oder die viel zitierte Fairness. "Der Sport ist ein Spiegelbild des Lebens“ und aus diesem Grund versucht „Emmaus Sport“ auf Fragen des Lebens Antworten im Sport zu finden. Erfolg und Mißerfolg, Höhen und Tiefen finden sich im Sport wie im Leben und geben der einfachen Leibesertüchtigung eine nicht zu unterschätzende emotionale Komponente. Und das wiederum macht den Sport zum idealen Anknüpfungspunkt um über den Glauben ins Gespräch zu kommen. Wie das dann in der Praxis aussehen kann, dafür gibt er mit der Arbeitshilfe Emmaus Sport lebensnahe Tipps. Samuel Hartmann hat dies auch ohne diese Tipps längst in die Praxis umgesetzt. Der Pfarrer aus Pleidelsheim ist Gründer des „FC Doppelpass“, einem Fußballverein für die Flüchtlinge aus seinem Ort. Eine Zusammenarbeit von Sportverein und Kirchengemeinde bietet in Pleidelsheim ein multinationales Fußballtraining an. Die Stadt stellt die Trainingststätte zur Verfügung, die Bewohner spendeten Sport-Kleidung sowie Fußballschuhe.

Sport verbindet

Durch den Sport wird die Sprachbarriere überwunden und es lassen sich Beziehungen aufbauen, so Hartmann. Bei der folgenden Fragerunde mit den Besuchern des Podium Sport wurde ebendiese Form der Flüchtlingshilfe sehr gelobt. Christliche Themen spielen im Sport also eine große Rolle, und so ist nicht nur der Glauben eng mit Sport verbunden, Sport verbindet genauso Menschen wie es auch der Glaube tut.

Fabian Klein

Podium sport 3   04.06.2015 18 58 58
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Was hat das Sommermärchen mit dem Bau der Mauer zu tun?

Auf den ersten Blick nichts. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Begegnungen: Jung trifft Alt – damit wir klug werden“ wurden nach ihren ersten historischen Erinnerungen gefragt – und diese umfassten den Zeitraum von 1961 bis 2006.

Es wurde intensiv aufeinander gehört: Was bewegt junge Menschen heute? Vor welchen Herausforderungen stehen sie? Wie gehen Sie mit ihrer Zeit um? Welche Rolle spielen die „neuen Medien“? Schon nach wenigen Sätzen wurden klar, junge Menschen machen sich sehr viel mehr Gedanken, als man ihnen das oft zugesteht. Aber auch die ältere Generation hatte etwas zu sagen. Sie berichteten aus ihrem Erfahrungsvorsprung und teilten die Schlüsse, die sich daraus für ihr Leben gezogen haben, mit den anderen Teilnehmenden. Dabei ging es um den Wert von Freundschaften, um die Nutzungsweisen der modernen Medien und darum, wie sich Glaube über die Jahre hinweg verändert hat.

Dieser Workshop war Teil eines Projektes des Evangelischen Jugendwerkes Bezirk Künzelsau.
Ziel dieses Projektes war es, dass sich junge und ältere Menschen begegnen und Anteil an den Lebensthemen der anderen haben. Im Rahmen des Projektes besuchten Jugendkreise beispielsweise Seniorenheime. Eine TRAINEE-Gruppe forderte ein Seniorenteam zum Kochduell heraus. Einer der Höhepunkte des Projektes war die Begegnung von Jugendlichen mit Überlebenden des Holocaust. Dokumentiert werden die Einzelprojekte in einer Ausstellung, die im SpOrt Stuttgart noch bis zum Ende des Kirchentages zu sehen ist.

„Was nehme ich mit?“, mit dieser Frage bat Holger Hartmann, Jugendreferent beim Evangelischen Jugendwerk im Kirchenbezirk Künzelsau die 30 Teilnehmenden um ein kurzes Statement. Genannt wurden ein bewussterer Umgang mit der Zeit; Mut, eigene Begabungen stärker zu fördern und für die eigene Meinung einzutreten genauso, wie Menschen nicht vorzuverurteilen oder in Schubladen zu stecken. Besonders erfreulich war, dass es im Anschluss nicht mehr möglich war, die Statements den unterschiedlichen Generationen zuzuordnen.

Heike Volz

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Ein Workshop in englischer Sprache – anscheinend kein Problem für die über 70 vorwiegend jungen Teilnehmer von „Face to Faith“. Andrea Kalmbach vom EJW-Weltdienst diskutiert mit Tezera Woldemedhin und Mihiret Hailu (beide YMCA Ethiopia), Roman Klein von der Gemeinschaft evangelischer Jugend in der Slowakei (SEM) und Larissa Müller, die derzeit als Freiwillige in der Slowakei arbeitet, über die Bedeutung von Bildung in Äthiopien und der Slowakei.

Viele Fragen aus dem Publikum zeugen vom großen Interesse am Thema „Ist Bildung der Schlüssel für eine gerechtere Welt?“

Am Freitag wird bei „Face to Faith“ ein Blick auf den christlichen Glauben in Afrika und Europa geworfen. Wieder mit Gästen aus Äthiopien und der Slowakei – und natürlich wieder in englischer Sprache!

Gisela Schweiker

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Was ist dem unter dem Motto "damit wir klug werden" zu verstehen? Eine Reportage von kirchenfernsehen.de auf der Straße.

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