Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Freitag

Logo http://digitalstories.de/dekt-freitag

Xmg 7257
Ansicht vergrößern

Bei der Bibelarbeit zu Prediger 3, 9-13 (Kohelet) in der SCHARRena begab sich Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm auf die Spurensuche des Bibeltextes, der eher von dem ernüchternden König Salomo stamme, von reicher Lebenserfahrung geprägt. Für Jugendliche empfahl er, sich auf die Erzählung Älterer einzulassen. Die sei ein Gewinn und eine große Chance. Der Kirchentag biete dafür auch eine Möglichkeit. Damit die Alten nicht in Resignation abgleiten, brauchen diese auch die Leidenschaft junger Leute, die etwas bewegen und verändern wollen.

Salomos Erkenntnis lese sich oberflächlich, eher banal. Der Text sei aber eine durch viele Jahre gewonnene, vielleicht auch bittere Erkenntnis: „Ich habe erkannt, dass es nichts Gutes bei ihnen gibt, außer dass sie sich freuen und Gutes tun in ihrem Leben. Ja, wo immer Menschen essen und trinken, Gutes wahrnehmen in all ihrer Mühe, ist das ein Geschenk Gottes.“ (Prediger 3, Vers 12 + 13).
Sich freuen und Gutes tun, da lohne es sich zu leben. Dies sei ein Grad der Weisheit. Glück sei das Einzige, das sich verdopple, wenn man es teilt, eine klassische Win-Win-Situation also. Es sei erstaunlich, dass Salomo dies ausdrücklich benenne, aber der Kern einer tiefen Gottesbeziehung werde dadurch deutlich. Diese Freude sei mehr als Happiness, sie trage auch über Klippen und wisse von Schuld.

Der Vorsitzende des Rats der EKD erinnerte in seiner Bibelarbeit auch an die Stuttgarter Schulderklärung vor 70 Jahren, in der die Kirchen ihre eigene Schuld bekannt haben. „… wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben …“)
http://www.ekd.de/glauben/bekenntnisse/stuttgarter_schulderklaerung 
Weil das Dunkle benannt wurde, sei auch ein Neuanfang möglich gewesen. Dieser beruhe allein auf dem Geschenk der Vergebung.

Der Halbvers „hat auch die Ewigkeit in das Herz der Menschen gelegt“ (Vers 11) hat Bedford-Strohm besonders angesprochen, weil es von dem Mund eines Mannes komme, der sonst so nüchtern denkt. Wenn man diesen Satz ernst nehme, klinge eine Zukunftsgewissheit durch.

Beeindruckt war der Ratsvorsitzende von den vielen Lichtern am Eckensee beim Abendsegen des Kirchentags. Dieses Bild zeige auch , wir sind nicht allein, wir sind kein Zufallsprodukt, sondern von Gott geliebt und in sein Gedächtnis geschrieben.

Die Bibelarbeit wurde umrahmt und unterbrochen durch die A Capella Band vivavoce, die heute Abend um 20 Uhr mit neuen Songs in der Stiftskirche zu hören sind. Am Samstag wirken sie um 13.30 Uhr beim Offenen Singen aus dem Liederbuch auf der Bühne am Marktplatz und um 20 Uhr geben sie ein Open Air Konzert auf der Bühne im Stadtgarten (Keplerstraße).

Eberhard Fuhr (EJW)

Die Predigt zum nachhören

Xmg 7257
Schließen
Goto Top

300 Jugendliche und junge Erwachsene lesen gemeinsam in der Bibel und machen ihre Entdeckungen. Die Methode ist so einfach wie genial. In einem ersten Block liest jede und jeder einen gemeinsamen Bibeltext und macht Entdeckungen, stellt Fragen, reibt sich an der einen oder anderen Aussage. Danach wird sich in kleinen Gruppen ausgetauscht. In diesen Austausch geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um die eigenen Fragen und Beobachtungen. Jede Kleingruppe formuliert nun eine Frage, die sie öffentlich stellen möchte.

Kai Günther, CVJM-Sekretär aus Baden, stellte sich am Freitag diesen Fragen. Unterstützt wurde er darin von Katharina Haubold, Referentin für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beim Bibellesebund und Joe Böker, Gemeinschaftspastor beim Süddeutschen Gemeinschaftsverband. Der Text aus Markus 2,1–12stand an diesem Tag in Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Die Jugendlichen kannten nur wenig Gnade mit den drei Theologen. So wurde beispielsweise danach gefragt, ob es möglich sei, stellvertretende für andere zu glauben? Auch Fragen um das Thema Schuld wurde nicht ausgeklammert.

Diese Art des gemeinsamen Bibellesens findet während des Kirchentages von Donnerstag bis Samstag statt. Die 15jährige Sarah aus Hamburg war schon zum zweiten Mal dabei: „Toll! Bisher dachte ich immer, dass ich nicht richtig glaube, weil ich so vieles in der Bibel nicht verstehe. Hier aber durfte ich meine Fragen stellen. Das finde ich super!“

Heike Volz

Schließen
Mehr auf http://uptv.me
Goto Top

Was macht eigentlich ein Jesus-zentriertes Leben aus?“ fragt Matze Knöll, ehrenamtlicher Mitarbeiter beim CVJM Stuttgart, die Jugendlichen in der SCHARRena. Für ihn gibt es vier Prioritäten: Jesus als Zentrum für sein Leben, die Familie, die Arbeit im Reich Gottes und Beruf und Ausbildung.

Dabei ist sein Leben bei weitem kein Bilderbuch-Leben. Die Grundfrage für ihn war immer: bin ich bereit Jesus in mein Leben eingreifen zu lassen. In schweren Situationen hat Matze gemeinsam mit Jesus geprüft, welchen Weg er gehen soll. Weil er ist sich sicher: „Wenn wir den Weg mit Gott gehen, geht er mit.“

Mehr Informationen zum Stadtbeweger-Jugendgottesdienst unter www.stadtbeweger.de

Thomas Vollmer

Goto Top

Im angenehm kühlen großen Saal im Mercedes-Benz Museum steht ganz vorne ein Holzkreuz - gefertigt aus Schiffsplanken zur Erinnerung an die vielen Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrinken.

„Im Fokus: Das Kreuz“ lautet der Titel des Ökumenischen Kreuzweges der Jugend 2015. Zu Anfang steht die Frage: wo lassen wir in unserem Alltag noch Leid zu? Mehrere Personen tragen Bibelstellen, Texte und Fragen vor - rund um die Leidensgeschichte von Jesus. Zum Schluss konnten alle Teilnehmenden ihre Anliegen vor zum Kreuz bringen.

Mehr Informationen gibt es unter www.jugendkreuzweg-online.de/

Thomas Vollmer  

Goto Top

1440 Minuten - solange ist ein Tag. Aber wie verbringst du ihn? Sicherheitsbedacht? Mit viel Action? Mit viel Zeit für andere? Darum ging es in dem Gottesdienst der ev. Jugend Stuttgart in der SCHARRena.

Mit einem Kurzfilm ging es los: Da kam unter anderem heraus, dass wir 6 Monate unseres Lebens auf dem Klo verbringen. Aber nur 2 Wochen uns mit Gott beschäftigen.

Gut also, dass es den meisten einfach viel zu heiß war draußen: So konnten die Besucher ihre „Wie-viel-Zeit-verbringe-ich-mit-Gott“-Bilanz durch den Gottesdienstbesuch aufbessern. Das soll aber nicht heißen, dass es hier um irgendeine „Bilanzaufbesserung“ geht. Sondern darum, seine Zeit bewusster zu leben. Und wie man Glaube im Alltag leben kann.

Stephanie Klumpp

Goto Top

Schließen
Goto Top
Audio

Skurriles auf dem Kirchentag

Mit dabei: Die Rangelhalle im Radio bei Antenne 1
Bereitgestellt vom Kirchenradio. Mehr zu hören unter  https://soundcloud.com/radioredaktion

00:00
/
03:12

Audio anhören

Kräfte spielen lassen und sich einfach mal austoben. Die Rangelhalle im SpORT bot einen Tag lang die Möglichkeit sich und seine körperlichen Kräfte auf faire Art und Weise unter Beweis zu stellen. Immer zu zweit und immer unter Aufsicht. Beginnend mit einem wertschätzenden Handschlag ging es dann auf der Luftmatte oder dem Balken mit der eigenen Kraft oder Hilfsmitteln darum den Gegner zu besiegen. 

Nur für Jungs und junge Männer - ein Angebot das trotz der unglaublichen Temperaturen gut besucht war. 

Goto Top

Kann die Erlebnispädagogik helfen Glauben zu lernen? Diese Frage wurde beim Workshop Erlebnispädagogik kontrovers diskutiert.

Der mit 200 Teilnehmern voll besetzte Seminarraum sprach für sich und auch die Experten der Podiumsdiskussion waren sich einig: Erlebnispädagogik hat einen großen Stellenwert in der Verkündigung christlicher Inhalte.

Den Einstieg in das Thema gestaltete Stefan Westhauser mit einem Vortrag über Prozesse und Theorien in der Erlebnispädagogik. Der Outdoor-Pädagoge ist Leiter des Instituts für Erlebnispädagogik an der CVJM Hochschule in Kassel. Durch seine tägliche Arbeit konnte er praxisnah die so genannte „Theorie U“ auf die Prozesse der Erlebnispädagogik übertragen.

„Glaube ist ein Prozess der in die Zukunft gerichtet ist“ so Westhauser. Die Erlebnispädagogik setzt hier an und will neue Sichtweisen für diese Zukunft schaffen. Was zu besserem verstehen und einer „Öffnung des Fühlens“ führt, besonders im Glauben.

Weit aus der Komfortzone heraus

Bei der folgenden Podiumsdiskussion wurde dann von Experten aus verschiedensten Bereichen diskutiert ob die Erlebnispädagogik helfen kann, Glauben zu lernen. Zunächst wurde aber geklärt ob Glaube überhaupt lernbar ist oder es eben vielmehr um das Erfahren und Erleben geht.

Die Statements der Podiumsteilnehmer machten aber vor allem eines deutlich: Im heutigen Leben fehlt es oft an wirklichen Erlebnissen. Erlebnispädagogik holt die Teilnehmer daher weit aus ihrer Komfortzone heraus und schafft es, dass sich Glaube auf ganz andere Art fühlen und erleben lässt. Moderator Samuel Löffler vom Fachausschuss Erlebnispädagogik des evangelischen Jugendwerks Württemberg stellte daher zum Ende noch einmal die Wichtigkeit der Erlebnispädagogik als Verkündigungsmittel heraus.

Zum Abschluss des Workshops durften interessierte Teilnehmer sich noch selbst an einer erlebnispädagogischen Übung im Freien versuchen.

Fabian Klein

Goto Top

Schließen
Goto Top

Forum Inklusion
Unter dem Motto „Alle sind gleichberechtigt“ haben Menschen mit und ohne Beeinträchtigung die Möglichkeit, die Welt des anderen kennenzulernen. „Auf die innere Haltung kommt es an, dann lässt sich vieles machen“, so Volker Renz, einer der verantwortlichen Mitarbeiter auf dem Kirchentag. Unter anderem bietet der Stand die tolle Möglichkeit sich im Rollstuhl-Basketball zu versuchen. 
www.forum-inklusion.de

Goto Top

„Wer will, kann mitbauen“. Gemeint ist ein Turm aus Holzstäbchen, der Zentimeter um Zentimeter wächst. Mit dieser und ähnlichen Aktionen machen die Verantwortlichen deutlich, alle sind willkommen und können mitmachen.
www.ev-jugend-pfalz.de

Goto Top

Wer beneidet sie nicht, die beiden Kinder im erfrischenden Pool ...
Unter dem Motto „Langweilen kannst du dich zuhause“ macht die SELK auf Ferien- und Freizeitangebote aufmerksam. Sie will ein Ort des Auftankens sein. Eine weitere Aktion ist die interaktive Plakatwand, die sich an die "Löffelliste" des Kinofilms „Das Beste kommt zum Schluss“ anlehnt und sich auf die Suche nach 1.000 Vorhaben macht, die Menschen gerne umsetzten möchte, bevor sie ihren Löffel abgeben.
www.selk.de

Goto Top

Kreuz & Quer läuft täglich bei „DASDING“, dem Jugendsender des SWR. Jeden Tag gibt es mitten im Programm eine Minute zum Nachdenken: über das Leben, die Liebe, den Alltag, Gott und die Welt. Wer Lust hat, Themen vorzuschlagen, die den Nerv der Zeit treffen, ist an diesem Zelt genau richtig.
www.kreuzquer.info

Goto Top

In diesem Zelt ist es noch heißer und stickiger als in den anderen – und das ist gewollt. Ein Teil des Zeltes simuliert die Arbeitsbedingungen von Näherinnen in Indien oder Bangladesh, um nur zwei Beispiele zu nennen. Es geht aber nicht nur darum. Den Veranstaltern ist es wichtig, auch Alternativen aufzuzeigen. Außerdem können fair gehandelte T-Shirts bedruckt werden.
www.ev-kirche-bad-honnef.de
www.saubere-kleidung.de

Goto Top

Hier ist ein Gebetsgarten zu erleben. Gebetsblumenteich, Klagemauer, Vaterunser-Fluss, Gebetslabyrinth , Gebetsmemory und viele Tipps, die das Beten erleichtern sollen. Jede Menge kreative Angebote auf kleinem Raum, die Lust machen, sich auf das Thema Gebet einzulassen. Zu festen Zeiten gibt es auch ein, von den Schülerinnen und Schülern organisiertes, Spielangebot für Kinder.
www.evgo.de/

Goto Top

In drei Zelten stellt sich auch die katholische Jugend vor. Das erste Zelt steht unter dem Motto: PRAY and SILENCE und lädt zu Gesprächen, zum Entspannen ein. Wer möchte, kann auch das Angebot einer Klagemauer nutzen. Direkt im Zelt daneben wird man mit fair gehandelten Produkten verwöhnt. Und wer es geistlicher möchte, kann an den Angeboten im Workshop-Zelt teilnehmen. Die Tagzeitengebete wurden mittlerweile, dank des großen Zuspruchs, ins Zelt 19.1. verlegt.

Goto Top

Hier dreht sich alles um Ernährung, Umwelt, Naturschutz, Tierschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit. Unter dem Motto „Teller satt Tonne“ kann man gemeinsam mit Slowfood und Brot für die Welt, regional gespendetes Obst und Gemüse bestaunen und verarbeiten. Das besondere an diesem Obst und Gemüse ist, dass seine „Individualität“. Die Karotten haben kreative Formen, die Kartoffeln sind herzförmig.
www.meine-landwirtschaft.de

Goto Top

„Gebete schreiben ist eigentlich ein Kinderspiel“ – diese provokante Aussage stand am Anfang des Schreibworkshops mit dem Schweizer Theologen und Autor Stephan Sigg. Wer sich darauf einließ, war überrascht, zu welch tollen und persönlichen Ergebnissen man mit kreativen Schreibmethoden kommt.
Beispiel gefällig? Jeder Teilnehmer zieht einen Zettel mit einer Uhrzeit, z.B. 13.20 Uhr und sieht sich selbst zu genau dieser Uhrzeit eines normalen Wochentags: Was sehe ich? Was höre ich? Was rieche ich? Alle Assoziationen werden wild durcheinander auf ein leeres Blatt Papier geschrieben. Und zum Schluss daraus ein Gebet formuliert, das man zu genau dieser Uhrzeit an Gott richten würde.
Der Schreibworkshop vergeht wie im Flug. Am Ende bleibt ein „Segen to go“ zum Mitnehmen, den die Teilnehmer füreinander geschrieben haben und die Erkenntnis: „Das kann ich auch! Beim Beten gibt es kein Gut oder Schlecht.“

Weitere Infos:
www.stephansigg.com


Gisela Schweiker

Goto Top

Ansicht vergrößern

Ein heißes Thema steht auf der Tagesordnung im Programmzelt des BDKJ (Zelt 19.1) an diesem heißen Kirchentagsnachmittag. Wenn Israel und Palästina in einem Atemzug genannt werden, dann ist meist eher von Konflikt als von Dialog die Rede. Auf dem Podium sitzen sechs Menschen, die den Versuch eines Dialogs wagen wollen. Es geht um Friedensdienste in Israel und Palästina. Zwei Organisationen, die seit Jahren Freiwillige aus Deutschland in diese Länder entsenden, sind mit jeweils einem Mitglied der Leitung und zwei ehemaligen Freiwilligen vertreten. Naomi Roth und Johanna Blender waren für „Aktion Sühnezeichen Friedenszeichen (ASF)“ für zwölf Monate in Israel, Evi Handke und Andreas Grüneisen als ökumenische Begleiter mit dem „Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel“ (EAPPI) jeweils drei Monate in Palästina.
Schon in der Vorstellungsrunde wird klar: Ein Einsatz in dieser seit Jahren heiß umkämpften Region lässt keinen gleichgültig. Evi ist begeistert von der Schönheit des Landes und der Gastfreundschaft der Menschen, aber auch erschüttert, wie viel Ungerechtigkeit sie miterleben musste in einem Dorf, das auf drei Seiten von israelischen Siedlungen umgeben ist. Johanna ist sich ihrer Verantwortung als Deutsche für die Aufbereitung des Holocaust sehr bewusst und hörte in ihrer Arbeit in einem israelischen Altenheim viele bewegende Geschichten.
„Gab es Berührungspunkte, Begegnungen der Freiwilligen mit der jeweils anderen Seite?“ fragt Moderator Prof. Dr. Martin Stöhr. Das wurde individuell verschieden erlebt: Von guten Freundschaften mit Freiwilligen in Palästina, regem Erfahrungsaustausch und der Teilnahme an Begegnungsveranstaltungen berichtet Naomi. Andreas kann von enger Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen in Israel erzählen, die ihm in seiner Arbeit an den Checkpoints in Bethlehem sehr geholfen habe. Aber es wird auch von kaum Gelegenheit zu Kontakten erzählt. Und es gibt Erfahrungen von Gleichgültigkeit und wenig fruchtbaren Begegnungen. Zudem wird eine Asymmetrie im Konflikt zwischen Israel und Palästina empfunden, die größere Anzahl von Menschenrechtsverletzungen und Todesopfern, eine stärkere Armut der Bevölkerung in Palästina.
Hier hakt Jutta Weduwen, Geschäftsführerin von „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ ein: „Ja, es gibt eine Asymmetrie. Aber der ganze Konflikt ist komplexer, ist eingebunden in das Eingebunden sein Palästinas in die arabische Welt.“ Der EAPPI wirft sie vor, nur Kontakte zu Organisationen in Israel zu suchen, die pro-palästinensisch eingestellt sind. Auch zum jetzigen Kirchentag seien nur israelischen Vertreter eingeladen, die dieses Spektrum repräsentieren. „Begegnung muss schmerzhaft sein. Wir müssen dahin, wo’s wehtut und die ganze Komplexität dieses Konfliktes zeigen.“
„Häufig kann man eine große Unwissenheit über die andere Seite beobachten“, pflichtet Jens Nieper, Nahost-Referent einer Entsendungsorganisation des EAPPI, bei. „ Die Vorstellung vieler Palästinenser von Israelis ist häufig nur noch virtuell, voller Klischees. Das halte ich für gefährlich. Was man nicht kennt, erzeugt Angst.“

So besteht die Aufgabe der Friedensdienste weiterhin darin, neben der Arbeit mit den Menschen in Altenheimen und an Checkpoints, Begegnung stattfinden zu lassen und die Möglichkeit zu schaffen, etwas Neues entstehen zu lassen. Die Freiwilligen sind darüber hinaus, wie Naomi abschließend sagt, „Multiplikatoren, die diese Geschichten weitergeben können und Mini-Botschafter für die Länder, in denen wir waren.

Gisela Schweiker

Schließen
Goto Top

Einen ganz besonderen Treffpunkt gab es im Zentrum Jugend. In der prallen Sonne trafen sich Jung und Alt am Brunnen vor dem Mercedes-Benz Museum.  
Wir haben nach Tipps gegen das unerträgliche Heiß gefragt. Wer wirklich abgekühlt werden will der „steckt seine Füße ins Wasser und bleibt am besten einfach drin“, denn diese Art der Erfrischung hält leider nur bis man sich wieder aus dem Wasser quält. Ganz klassisch wurde uns zu einer Kopfbedeckung geraten, am einfachsten natürlich der Kirchentagsschal.

Der originellste Tipp jedoch: Einfach einen Tropfen Wasser ins Ohr. Warum? „Man denkt, man ist die ganze Zeit unter Wasser und das kühlt dann, so rein psychologisch.“ Ob wir diese Anmerkung jedoch so ernst nehmen können bleibt offen, denn auch der Ratschlaggeber war mit einem komplett nassen T-Shirt nah am Brunnen unterwegs: „Das passiert halt.“

Lange Schlangen an den Eisständen prägten am Nachmittag das Bild rund um den Neckarpark. Wen wundert es? Im Pressezentrum geben sogar einige Rechner den Geist auf und sehnen sich nach einer Pause.

Aus der nicht gekühlten Redaktion grüßen Thomas und Jonas

Goto Top

Schließen
Goto Top

Schließen
Goto Top
Goto Top
Scrollen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden