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46. Landesposaunentag 2016

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Bläsermusik auf verschiedenen Plätzen in der Ulmer Innenstadt, beispielsweise am Lautenberg und am Hans- und Sophie Scholl Platz. Über 300 Bläserinnen und Bläser beteiligten sich an dieser Aktion.
Der 46. Landesposaunentag steht unter dem Motto „Ich will dich trösten“.

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Bläsermusik im Einkaufszentrum, im Baumarkt, im Gartenmarkt und auf dem Bahnsteig. Vier Gruppen haben sich an dieser neuen Aktion beteiligt. Sie berichteten mitsingenden Baumarktkunden und einer vom Choral „Lobet den Herren“ berührten Mitarbeiterin an der Kasse. (ef)

Weitere Informationen:
„Auftakt zu Ulmer Konzertsaison

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„In der Stadt ist Leben“ – so begann Gunter Czisch, der Ulmer Oberbürgermeister, sein Grußwort. Der Landesposaunentag sei der Auftakt zur Ulmer Festsaison 2016 und zum Reformationsjubiläum 2017. Andreas Lämmle erinnerte an den ersten LAPO nach dem 2. Weltkrieg, der 1946 unter dem Motto „Jesus Christus herrscht als König“ in Ulm stattfand. Dekan Gohl dankte allen, die die diesjährige Veranstaltung vorbereitet haben. „Wir sind stolz auf euch, wie ihr das jedes Mal macht“. (ef)

links: OB Gunter Czisch, rechts: Andreas Lämmle, Vorsitzender des EJW

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„Von guten Mächten“ ist eines der bekanntesten Trostgedichte in Deutschland. Das hat sicherlich mit dem einfühlsamen und tröstlichen Text zu tun. Es hängt aber auch damit zusammen, dass dieser Text durchlebt und durchlitten wurde.


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Text: Dietrich Bonhoeffer; Musik Michael Schütz (*1963)
Von guten Mächten treu und still umgeben (EG 541)
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In seiner Predigt im Ulmer Münster betonte Landesbischof Frank Otfried July, dass die Jahreslosung lebensbegleitend mitgeht durch ein Jahr. „Bibeltexte sind nicht Museumpädagogik, das Wort der Bibel will in den Alltag hineinkommen“, rief er den 2.600 Bläserinnen und Bläsern zu. Er erzählte von der Begegnung mit einem Flüchtling, der ihm auf die Frage, wie es ihm gehe antwortete: „Gut, Trost bekommen, Danke an Gott“. Es ist nicht selten, dass wir von einem Hilfsbedürftigen ein Wort auf den Weg bekommen, berichtete July. In einer von negativen Erfahrungen und Nachrichten geprägten Welt schenkt Gott Trost und lässt aufatmen. Statt „Atemlos durch die Nacht“ bringt Gottes Trost und Atem uns „in Bewegung für die Posaunenarbeit, für diakonische Arbeit, für missionarische Arbeit“, so July vor 3.800 Bläsern, Gästen und Ehrengästen. (Micha Schradi)

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Der Leiter des EJW, Gottfried Heinzmann, brachte im Congress Centrum Ulm die Frage nach dem Trösten - angelehnt an die Jahreslosung 2016 - auf. Er sagte, dass Gott uns deutlich machen will. „Es gibt diese ganz besondere Beziehung zwischen dir und mir. Ich habe dich erschaffen. Noch bevor du geboren wurdest, habe ich an dich gedacht. Wie ein Kind im Mutterleib hast du meinen Herzschlag gehört. Ich habe dich versorgt und über dich gewacht, als du noch nicht geboren warst und alle Tage deines Lebens. Es gibt diese besondere Beziehung zwischen dir und mir. Ich lade dich ein, sie zu entdecken. Achte auf den Herzschlag meiner Liebe und du wirst entdecken, dass mein Herz für dich schlägt.“

Heinzmann ermutigte dazu einander zu trösten. Weil wir Gottes Lieblingsmenschen sind, können wir Lieblingsmenschen für andere werden. Weil wir selbst von Gott getröstet werden, können wir andere trösten. Er sagte, dass der Trost der in Jesaja 66, 13 beschrieben wird nicht nur uns gilt. Hier in dieser Kirche. Nicht nur uns. Hier in Deutschland. Nicht nur uns. Als evangelischen Christen. Gottes Trost gilt allen Menschen. Wir dürfen Gottes Trost nicht zu eng und zu klein denken.

Schließlich rundete er die Predigt mit seinem Liedtext zur Jahreslosung 2016 ab: „Tröste deine Menschen wie die Mutter ihr Kind. Berühre unsre Herzen, wenn wir verzweifelt sind. Lass deinen Frieden wachsen in Herz und Hand und führe uns in dein Hoffnungsland.“ (Tobias Kenntner)

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Aus der Predigt von Karsten Hüttman (CVJM Gesamtverband)

Der Fokus der Jahreslosung liegt auf den Schuldigen, auf den Tätern, auf den Menschen, die Mist gebaut haben, die es nicht auf die Reihe kriegen. Gott nimmt sie auf den Schoß und tröstet sie. Die Jahreslosung ist daher eine Einladung sich dem eigenen Versagen zu stellen. Auch wenn du darunter leidest, wer du bist und wie du bist. Es gilt dir: ich bin trotzdem geliebt. Trotz der Dinge, wo ich versagt habe. Gott breitet seine Arme weit um mich aus. (Raphael Fauth)

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Was tröstet Menschen?
Beim Gottesdienst in der Ulmer Pauluskirche stellte Prälatin Gabriele Wulz in ihrer Predigt zur Jahreslosung 2016 fest, dass ihr in den letzten Monaten sehr viel Wut und Enttäuschungen begegnet seien. „Der Ton in der Gesellschaft wird schriller und manches hätte ich nicht für möglich gehalten.“
Wenn sie jedoch weiter und tiefer sehe, falle ihr auf, wie unendlich trostbedürftig Menschen sind. „Menschen suchen Trost und brauchen Trost, aber sie wollen sich nicht trösten lassen,“ sagte sie vor rund 1.200 Bläserinnen und Bläsern und zitierte das Adventslied „O Heiland reiß die Himmel auf“, das die Gemeinde zuvor gesungen hatte. „Wenn Trost mehr sein soll als Vertröstung, braucht es einen anderen Trost, Trost von einem anderen Ort. Wenn Trost Heilung bringen soll, dann muss dieser Trost von Gott her kommen.“ Gottes Trost bringe zurück, was zerstört sei. „Gottes Trost füllt des Lebens Mangel aus“. Die Jahreslosung spreche zu gestandenen Männern und Frauen, die leiderprobt und leiderfahren seien und dennoch weiter machen und „die sich immer wieder aufmachen und ein klingendes Zeichen setzen in dieser Welt zum Lobe Gottes und zur Freude der Menschen. Das tröstet.“ (ef)

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Sei getrost. Steh auf. Er ruft dich
Volles Haus in der der Donauhalle. Von den Zuschauerrängen blickt der Gottesdienstbesucher „ohne Instrument“ auf eine ganz Halle voller Besucher „mit Instrument“. Auffallend viele Kinder und Jugendliche sind darunter – kein Wunder, denn hier wird später auch das Jungbläserfestival stattfinden. Unter der Leitung von Michael Püngel und einer jungen Dirigentin gestaltet dieser große Posaunenchor den Gottesdienst mit viel Musik. „Wohin wendest du dich, wenn du trostlos bist?“ fragt CVJM-Landesreferentin Ilse-Dore Seidel gleich zu Anfang. Jugendevangelist Dieter Braun nimmt in seiner Predigt die Frage auf: Bartimäus, der blinde Bettler in Jericho macht uns vor, wie Gottes Zusage „Ich will dich trösten“ erlebbar wird. Bartimäus, wörtlich „Der Sohn der Trauer“, schreit seine Not heraus und wird von Jesus gesehen. „Sei getrost. Steh auf. Er ruft dich. Was immer deine Seele verletzt hat – steh auf. Nichts darf dich niederdrücken. Ich will dich trösten.“
(Gisela Schweiker)

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Wuselig und lebendig ging es beim Familiengottesdienst im „Haus der Begegnung“ zu. Ulms Jugendpfarrerin Andrea Holm und ihr Team erzählten den Kindern (und deren Eltern) vom Trösten als einem Wunder: Was macht wohl aus einem traurig-schmerzreichen Gesicht ein fröhliches?
Auch bei diesem Wunder Gottes helfen Menschen mit: Arme, die einen drücken; Worte, die mir gut tun - und natürlich „die Mama“!
Weil auch ein Trost-Taschentuch diese Wende unterstützen kann, wurden die kleinen und größeren Leute dann noch aktiv: Mit Stempeln schufen sie ihr ganz individuelles Trost-Taschentuch, das sie mit in den LaPo nahmen. Na, wenn dies kein fröhlicher Tag wurde! (Steffen Kaupp)

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Bläsermusik mitten im Ulm. Auf dem Marktplatz, dem Münsterplatz und Fischerplätzle, im Biergarten und an anderen Orten der Innenstadt. Ensembles und Chöre aus Winterbach, Beutelsbach, Crailsheim, Bondorf, Heimerdingen, Bad Urach-Münsingen, Bissingen/Teck, Göppingen, Horkheim und anderen Orten beteiligten sich an dieser klangvollen Aktion. (ef)

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Der LAPO ist mehr als Bläsermusik. „Psalmen singen auf Schwäbisch“, die EJW-Atempause, Kleinkunst, Workshops, Kabarett, ein Chorkonzert, Informationen zur Handy-Aktion, das Jungbläserfestival und „Meet `n`Brass“ waren nur einige der sechzehn Veranstaltungen. Hinzu kamen neun Führungen. (ef)

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Vor 70 Jahren fand der erste Landesposaunentag nach dem 2. Weltkrieg in Ulm statt. Sein Motto lautete „Jesus Christus herrscht als König“. Bei den „LAPO SPECIALS“ berichteten Zeitzeugen im JAM des CVJM Ulm von ihren Erlebnissen bei dieser denkwürdigen Veranstaltung.

Von Stuttgart fuhr bereits im Jahr 1946 ein Sonderzug zum Landesposaunentag nach Ulm. Bei jedem Halt - und davon gab es viele - hieß es „Fenster uff und nausblosa!“ Bei besonders langem Aufenthalt wurde auch mal draußen auf dem Bahnsteig ein Ständle gespielt.

Auch aus einem Dorf von der Alb reisten die Bläser mit dem Holzvergaser-Fahrzeug an. Von den Bauern wurden ihnen Körbe voll Äpfel und Birnen und zwei große Laib Brot mitgegeben für die Ulmer, die nicht so viel zu essen hatten.

„Auf dem Weg nach Ulm nei hen mir gsonga – und hoim gheilet (geheult)“ vor Dankbarkeit und weil es so schön war.

In den Nachkriegsjahren war es üblich, dass jeder ein Vesper mitbrachte, das vor dem Münster in großen Körben gesammelt wurde. Wer aus der Landwirtschaft (oder vom Land) kam, brachte mehr mit. Nach dem Gottesdienst wurde das Vesper an alle gleichmäßig ausgeteilt. „Eine besondere Art der Brotvermehrung“.

Ein heute 87-jähriger Bläser hat im Dezember 1945 sein erstes Instrument bekommen und war schon 1946 beim Landesposaunentag dabei. Seitdem hat er bis auf einmal an jedem LAPO teilgenommen und spielt heute noch aktiv im Posaunenchor Tuba – „des will ja niemand spielen“.

1946 und noch lange Zeit danach durften Mädchen nicht im Posaunenchor spielen. Der damalige Landesposaunenwart Hermann Mühleisen konnte zwei Dinge absolut nicht leiden: Regenschirme beim Blasen und weibliche Bläser.
Harald Klingler berichtet jedoch, dass ihm Hermann Mühleisen bei seinem Besuch zum 80. Geburtstag gestanden hat, dass es sein größter Fehler gewesen sei, dass er damals meinte, Mädle hätten im Posaunenchor nichts verloren.

In Heidenheim-Schnaitheim hatte der Leiter des Posaunenchors keinen Sohn, aber vier Töchter. Als es im Posaunenchor an Bläsern mangelte, beschloss er: „Mädle, es hilft nichts, ihr müsset blosa lerna.“ So lernten die Töchter Blasinstrumente und wurden auch zum Landesposaunentag mitgenommen.

Weitere Informationen:
Bericht von der Veranstaltung

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Eritreische Kaffeezeremonie, Schlaglichter aus Nigeria und Eritrea und Informationen zum Thema Partner „stark machen“ waren die Inhalte und Aktionen der Weltdienst-Atempause. Rund 50 Besucher des LAPO informierten sich, wie Jugendliche in Eritrea und Nigeria durch aktive Teilnahme an Programmen der EJW-Weltdienstpartner in den beiden afrikanischen Ländern ihren Lebensalltag gestärkt bewältigen können. EJW Landesreferent im Weltdienst Stefan Hoffmann betonte dabei, dass stark machen keine Ein-Mann-Show eines Trainers ist. „Es geht darum, dass wir im Weltdienst unsere Partner ermutigen, ihren Weg zu gehen und gemeinsam schauen, vor welche Herausforderung Gott sie und die Jugend im jeweiligen Land stellt.“ Ehrenamtliche Mitglieder, Mitarbeiter im Weltdienst, machen dann an praktischen Beispielen deutlich, was Posaunenarbeit in Eritrea und Gruppenprogramme in Nigeria bewirken. Mitglieder des Posaunenchors „Garda Brass“ und ein Chor der evangelischen eritreischen Gemeinden in Stuttgart und Frankfurt setzen musikalische Atempausen. Kulinarisch erfreuen sich die Besucher über eine eritreische Kaffeezeremonie, die von Mitgliedern der eritreischen Gemeinde in Ulm zubereitet wurde. (Stefan Hoffmann)

Weitere Informationen

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Seit 11. Mai wurden in der Region Ulm und bei den Posaunenchören gebrauchte Mobiltelefone im Rahmen der landesweiten „Handy-Aktion“ gesammelt. Neben der Sparkasse Ulm beteiligt sich auch die Stadt Ulm an der Aktion. Beim Landesposaunentag konnten Landesbischof Frank Otfried July, OB Gunter Czisch und Dekan Ernst-Ulrich Gohl mit allen gesammelten Handys aufgewogen werden. Insgesamt sind bisher rund 2.000 Altgeräte zusammenkommen. Mit dem Erlös der Aktion werden drei Bildungs- und Gesundheitsprojekte im Kongo (Difäm), in Uganda (Aktion Hoffnung) und in Äthiopien (EJW-Weltdienst) unterstützt. (ef)

Weitere Informationen:
 
www.handy-aktion.de

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Rund 2.000 junge Bläserinnen und Bläser musizierten nachmittags beim Jungbläserfestival in der Donauhalle. Dort ging die Post ab. Gute Laune war in der voll besetzten Halle garantiert. Dieter Braun (Jugendevangelist und Dozent für Jugendevangelisation im EJW) und Michael Püngel (Landesreferent Posaunenarbeit im EJW), führten durch das abwechslungsreiche Programm. Unterstützt wurden sie durch das Bläserteam des EJW. (ef)


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„Es ist ein erbauendes Gefühl da oben zu stehen“, sagte Gunter Czisch, der Ulmer Oberbürgermeister. „Es macht stolz auf die 70-jährige Tradition." Musik schaffe Beziehungen und das Trennende werde dadurch weniger. Czisch verwies auf das Reformationsjubiläum im nächsten Jahr. Ulm sei 1530 durch einen „Bürgerentscheid“ der evangelischen Bewegung beigetreten. Den Verantwortlichen des Landesposaunentags dankte er für ihr Engagement. „Ihr habt einen tollen Job gemacht.“

Für Landesbischof Frank Otfried July war es ein besonderes Privileg, vor den rund 6.500 Bläserinnen und Bläsern zu stehen. „So wird eine zweite Kathedrale gebaut, eine funkelnde, sprühende Kirche des Klangs, der Hoffnung und des Trostes, ein klingendes zweites Münster. In seinem Grußwort wies er besonders auf die missionarische und diakonische Kraft der Posaunenchöre hin. „Sie bringen andere Töne in den Alltag hinein. Das ‚ich will dich trösten‘ leben sie unmittelbar vor. Danke für unzählige Dienste der Nächstenliebe, die sie vor Ort immer wieder tätigen und danke für alle Begleitung in den Gottesdiensten.“

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Sendungswort bei der Schlussfeier

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Liebe Bläserinnen und Bläser, liebe Gäste beim Landesposaunentag!

Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Ein Posaunenchor versammelt sich. Früh am Morgen. Die meisten schauen noch ziemlich verschlafen aus der Wäsche. Der Anlass: Kurrende spielen. Die Noten werden aufgeschlagen. Der erste Choral erklingt.

Als die Bläserinnen und Bläser gerade das nächste Lied aufschlagen wollen, klappert es laut. Ein Fenster wird aufgerissen. Eine wütende Männerstimme ruft: „Seid ihr noch ganz bei Trost? So früh am Morgen so einen Lärm zu machen!“

Die Bläser schauen sich irritiert an. Einer der Älteren fasst sich ein Herz und sagt: „Entschuldigung. Wir möchten Ihnen und anderen eigentlich eine Freude machen. - Was ärgert Sie denn so?“

Er geht zu ihm ans Fenster und der Mann erzählt. In etwas leiserem Ton. „Meine Frau ist krank. Sie hat die ganze Nacht nicht geschlafen. Vor einer Stunde ist sie endlich eingeschlafen und dann seid ihr gekommen.“
So ist das manchmal. Nicht nur bei diesem Mann. Nicht nur in dieser Situation.
Ich kann den Trost, den andere mir geben möchten, gar nicht hören. 
Ich kann den Trost, den Gott für mich bereithält, gar nicht wahrnehmen.
Weil ich so sehr in meiner Situation gefangen bin, dass ich taub bin für gute Worte und tröstende Musik. Weil ich so sehr um meine Sorgen kreise, dass ich gar nicht merke, wie Gott sich um mich sorgt. Manchmal braucht es eine Unterbrechung, um zu hören, dass da ein anderes Herz für mich schlägt. Manchmal braucht es eine Unterbrechung, um zu hören, dass Gottes Herz für mich schlägt.

„Gott spricht: Ich will dich trösten wie einen seine Mutter tröstet“.
Gott hat es so eingerichtet, dass eine Mutter ihr Baby 9 Monate lang unter ihrem Herzen trägt. Das bedeutet: Der kleine Mensch, der im Bauch der Mutter heranwächst, hört ständig den Herzschlag der Mutter. Das Kind spürt: Das Herz der Mutter schlägt für mich.

Diese besondere Beziehung zwischen Mutter und Kind gebraucht die Jahreslosung, um die Beziehung von Gott zu uns zu beschreiben.

Der allmächtige Gott, der Schöpfer der sichtbaren und der unsichtbaren Welt, sagt zu uns:
Ich habe dich erschaffen. Noch bevor du geboren wurdest, habe ich an dich gedacht. 
Wie für ein Kind im Mutterleib sorge ich für dich und wache über dir. Der allmächtige Gott, der Richter und Retter

zugleich ist, sagt zu uns:
Ich habe dich erlöst. Noch bevor du zu mir kommen konntest, bin ich zu dir gekommen. 
Durch meinen Sohn Jesus Christus habe ich alles getan, dass du frei und erlöst für immer bei mir zu Hause sein kannst.

Das bedeutet doch:
Gottes Herz schlägt für mich. 
Auch wenn ich es manchmal nicht spüren kann. 
Gottes Herz schlägt für mich.
Auch wenn ich es manchmal nicht hören kann. 
Gottes Herz schlägt für mich.

Ich wünsche mir, dass wir diesen Herzschlag Gottes heute den ganzen Tag über gespürt haben. In den Gottesdiensten, in den Worten, in den Begegnungen, in der Musik. Und ich wünsche mir, dass wir ihn jetzt und hier bei der Schlussfeier entdecken. Wenn wir nachher anstimmen: „Nun danket alle Gott“. Schon in der ersten Strophe wird diese besondere Beziehung zwischen Gott und uns beschrieben: Der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an
unzählig viel zugut bis hierher hat getan.

Wir stehen hier. Auf dem Münsterplatz. Mit beiden Beinen auf der Erde. Mit unseren Instrumente in den Händen. Mit einem dankbaren und fröhlichen Herzen. Und danken Gott mit unseren Tönen, mit unseren Melodien, mit unserer Stimme:

Danke, Gott, dass du mir das Leben geschenkt hast.
Danke, dass du dich um mich sorgst. 
Danke, dass du mich siehst.
Heute an diesem besonderen Tag. 
Morgen im Alltag. 
Und alle Tage meines Lebens.
Danke, Gott, dass dein Herz für mich schlägt.

Ich komme noch einmal auf die Situation zurück, von der ich am Anfang erzählt habe. Ich weiß nicht mehr, wie das damals weitergangen ist. Beim Kurrende-Spielen. Ich würde mir wünschen, dass solche und ähnliche Situationen so weitergehen.

Der Mann erzählt von der Krankheit seiner Frau. Von der schweren Zeit, die sie gerade durchmachen müssen. Ein Bläser sagt: „Wissen Sie was, ich komme heute Nachmittag bei ihnen vorbei. Dann habe ich etwas mehr Zeit zum Zuhören.“ Am Ende fragen die Bläser, ob die beiden einen Liedwunsch haben. Und die Bläser spielen ein Lied, das den beiden und ihnen selbst Trost und Hoffnung gibt.

Vielleicht ist es das „Gloria“, mit dem wir den Landesposaunentag beschließen. Ein Lied das deutlich macht: Gottes Trost reicht viel weiter. Viel weiter als nur heute und morgen. Viel weiter als nur für mich und für uns. Gottes Trost gilt in Jesus Christus allen Menschen und reicht bis in die Ewigkeit.

Wir stehen hier. Auf dem Münsterplatz. Unter dem offenen Himmel Gottes. Und spielen ein Lied, das uns an Gottes Ewigkeit erinnert. Und an die Zeit, wenn Gott alle Tränen abwischen wird. Wenn es kein Leid mehr geben wird und kein Schmerzensgeschrei mehr zu hören sein wird.
Wenn wir ganz bei Trost sein werden, 
weil wir ganz bei Gott sind.

Gloria sei dir gesungen. 

Mit Menschen- und mit Engelszungen. 

Mit Harfen – mit Trompeten, mit Posaunen,

mit Hörnern, mit Tuben – und mit Zimbeln schön.
Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat mehr gehört 
solche Freude. 

Des jauchzen wir und singen dir

das Halleluja für und für.

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In seinem Schlusswort ging Gottfried Heinzmann, der Leiter des EJW, nochmals auf die Jahreslosung ein. „Gott hat es so eingerichtet, dass eine Mutter ihr Baby 9 Monate lang unter ihrem Herzen trägt. Das bedeutet: Der kleine Mensch, der im Bauch der Mutter heranwächst, hört ständig den Herzschlag der Mutter. Das Kind spürt: Das Herz der Mutter schlägt für mich.

Diese besondere Beziehung zwischen Mutter und Kind gebraucht die Jahreslosung, um die Beziehung von Gott zu uns zu beschreiben.

Das bedeutet doch:
Gottes Herz schlägt für mich.
Auch wenn ich es manchmal nicht spüren kann.
Gottes Herz schlägt für mich.
 Auch wenn ich es manchmal nicht hören kann.
Gottes Herz schlägt für mich.

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Gott
der dich tröstet wie eine Mutter
segne dich
Er gebe dir
Trost für dein verzagtes Herz
Mut für dein ängstliches Gemüt
Frieden für deine aufgescheuchte Seele

Gott
der dich liebt wie ein Vater
behüte dich
Er gebe dir
Kraft wenn du erschöpft bist
Liebe wenn du an deine Grenzen kommst
Hoffnung wenn du nicht mehr weiter weißt

Gott
der dich liebt wie ein Vater
und tröstet wie eine Mutter
sei in dir und um dich
auf allen deinen Wegen
an allen Tagen deines Lebens.
AMEN

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